Sommerliche Exkursion ins Woods Art Institute

am Dienstag, 23. August 2022, um 17:30 Uhr

WAI, Golfstraße 5 in 21465 Wentorf bei Hamburg

 

Das Kulturforum Hamburg möchte Sie zu einer sommerlichen Exkursion ermuntern! „Lebendige Kunst, moderne Kultur. Aus der Stadt genommen, eingebettet in die Natur, vergrößert, bereichert, verdichtet“, so beschreibt der Kunsthändler und -sammler Rik Reinking das „Woods Art Institute“ (WAI) in Wentorf. Die Sammlung selbst wird im zentralen Ausstellungshaus gezeigt. Im Außenbereich, einem weitläufigen Wald- und Park-Areal, finden sich Skulpturengärten, das historische Arboretum und eine Präsentation zeitgenössischer Kunst und Artefakte.

 

Zum fotografischen Rundgang von Christian Peter Schlichte

© Christian P. Schlichte 

 

Bei hochsommerlichen Temperaturen trafen sich rund 20 Gäste auf Einladung des Kulturforums zur Exkursion in das Woods Art Institute in Wentorf. Das WAI ist auf Initiative des Sammlers Rik Reinking und seiner Frau auf einem weitläufigen Grundstück mit mehreren Gebäuden errichtet worden. Das Gelände umfasst einen Skulpturenpark, der immer noch erweitert wird; es gibt außerdem 12 Künstlerateliers, eine Malschule und ein Café. Z.Zt. wird ein umfangreiches Werk des Berliner Künstlers Wolfgang Petrick gezeigt, außerdem finden sich weitere Kunstwerke in einer riesigen ehemaligen Turnhalle.

Einen optischen Eindruck von der Vielfalt des Gezeigten vermitteln die beigefügten Fotos von Christian P. Schlichte und Ingrid Möller.

Zu besuchen ist das WAI nur mit Voranmeldung. Das Kulturforum ist dankbar dafür, dass Rik Reinking persönlich die Führung übernommen hatte. Entsprechend intensiv waren die Erläuterungen zu Idee, Entstehung und Konzeption des WAI.

Fotos: Ingrid Möller


Kunst, Design, Gestaltung – gestern, heute und morgen

Dialog zwischen Prof. Tulga Beyerle (Direktorin MK&G) und Prof. Martin Köttering (Präsident HfbK)

am Dienstag, 5. Juli 2022, um 19.30 Uhr im Spiegelsaal des MK&G, Steintorplatz 1, 20099 Hamburg

 

Die Hochschule für bildende Künste (HfbK) ist historisch eng mit dem Museum für Kunst und Gewerbe (MK&G) verbunden. Aus der Gewerbeschule, damals 1877 mit Eröffnung im Gebäude des Museums zu Hause, entwickelte sich die Kunstgewerbeschule und später die HfbK. Beide Institutionen stehen vor großen Herausforderungen, da sie immer wieder neu abwägen müssen, welche Relevanz sie haben. Aber worin unterscheidet sich die HfbK, die täglich mit neuer Energie in die Zukunft aufbrechen will und „Avantgarde Sein“ für sich in Anspruch nimmt, von dem altehrwürdigen MK&G, das einerseits in der Verantwortung für die Sammlung steht und Historisches sichern muss, andererseits verpflichtet ist, sich stets aktuell den großen Fragen der Welt und einem sich verändernden Publikum zu stellen?

 

Es waren tausende von Besuchern, die am Dienstagabend dem vom Kulturforum organisierten Gespräch zwischen Prof. Tulga Beyerle (Direktorin des MK&G) und Prof. Martin Köttering (Präsident der HfbK) zuhörten. Zumindest wenn man den vielen Spiegeln des gleichnamigen prunkvoll goldverzierten Saals im Museum für Kunst und Gewerbe glaubt, in dem der Dialog stattfand!

 

Einst beherbergte das Museumsgebäude am Steintorplatz in Hamburgs Mitte auch eine Gewerbeschule, aus der sich dann die HfbK entwickelte. Mittlerweile ist die Kunsthochschule am Lerchenfeld in einem nicht minder beeindruckenden Gebäude untergebracht, das sich unter Fritz Schumacher geleistet wurde und nun „täglich von Studenten malträtiert wird“, schmunzelt der Präsident der Hochschule, Martin Köttering. „In Zeiten des Smartphones haben viele Jugendliche kein Gefühl mehr für Materialität, daher hätte ich hier im Museum gerne Werkstätten“, sagt die Direktorin des MK&G,Tulga Beyerle. Doch derzeit hapert es an der Finanzierung, und auch der nötige Platz müsse noch geschaffen werden. 

In der Ausbildung an der HfbK spielt Material eine große Rolle, Handwerklichkeit jedoch weniger, erzählt Köttering. Vielmehr geht es darum, Studenten mit eigenen künstlerischen Fragestellungen unter den rund 1600 Bewerbern zu finden. „Wer in dem Kunststudium an der HfbK ein Kursangebot mit künstlerischen Disziplinen erwartet, ist bei uns falsch und verlässt die Hochschule schnell wieder.“

Während das MK&G im Auftrag der Stadt eine breitere Bevölkerungsschicht ansprechen möchte, ermöglicht die Kunsthochschule ihren Studenten, durch ein sehr offenes Studienkonzept sehr spezifischen Interessen nachzugehen. „Auch bei den Dozenten suchen wir die zugespitzte künstlerische Position, an der sich die Student*innen abarbeiten können. Aber eben auch die pädagogische Einstellung, die Räume schafft, um sich auszuprobieren“.

 

Die Frage nach der täglichen Relevanz des Museums verdeutlicht Tulga Beyerle am ‚Freiraum‘. Das Konzept wird immer wieder an öffentlichen Orten ausprobiert und ist der Wunsch der Kulturszene, auch Menschen ins Museum zu bringen, die dort nicht sozialisiert wurden. Ob das funktioniert? Ja, sagt Beyerle. „Alte und einsame Menschen ohne Familienanbindung kommen vorbei und verbringen Zeit in dem offenen Angebotsraum, oder auch mal Reisende, die ihren Zug verpasst haben“. Sie sei vom ‚Freiraum‘ eher enttäuscht gewesen, meldet sich eine Stimme aus dem Publikum. Beyerle erklärt: „Er ist ein konsumfreier Ort und vielleicht der letzte in dieser Stadt. Er will nichts. Weder Sie entzücken noch erleuchten“. 

 

Zuletzt wird an diesem Abend der Antisemitismus-Eklat der diesjährigen Documenta angesprochen. Köttering betont die absolute Notwendigkeit, Verharmlosungen der NS- Vergangenheit zu vermeiden, kritisiert jedoch den Gedanken einer Kunstzensur, der von Regierungsseite als Reaktion kam. „Das überschreitet auch eine Grenze und zeigt, dass für die Kunstfreiheit gekämpft werden muss.“ Seiner Stellungnahme, die beide Standpunkte gleich gewichtet, folgt ein Zwischenapplaus aus dem voll besetzten Saal. In ihm schwingt Erleichterung mit. (Franziska Herrmann)

 


Lernziel Erinnerungskultur

Was Hamburg im Umgang mit Gedenkstätten verändern muss

am Dienstag, 10. Mai 2022, um 19 Uhr

in der Kulturfabrik Kampnagel, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg, Tel. 040/27094949

 

Wie schafft es unsere Stadt, das Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus würdig zu gestalten? 77 Jahre nach dem Ende der Hitler-Diktatur gewinnt die öffentliche Diskussion darüber an Fahrt. Vor allem geht es um die bislang unzureichende Gestaltung des Stadthauses, des einstigen GESTAPO-Hauptquartiers. Aber auch andere Gedenkorte sollten neu konzipiert werden – nicht zuletzt, um junge Menschen anzuregen, sich mit den Schreckenstaten des NS-Terrors zu beschäftigen und die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten. Das Kulturforum Hamburg lädt ein.

 

Es diskutierten:

Prof. Dr. Detlef Garbe (Vorstand der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte)

Dr. Herlind Gundelach (ehem. Senatorin für Wissenschaft und Forschung, Präses des Zentralausschusses Hamburger Bürgervereine)

Siri Keil (Kulturjournalistin, Moderatorin, Kulturvermittlerin und engagiert in der ‚Initiative Gedenkort Stadthaus‘)

Wolfgang Kopitzsch (Historiker, Vorsitzender des Arbeitskreises ehemals verfolgter Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten)

Moderation: Peter Ulrich Meyer (Leiter Landespolitik beim Hamburger Abendblatt)

 

Fotos Gerhard Lein: Podium Lernziel Erinnerungskultur, Siri Keil, Detlef Garbe, Wolfgang Kopitzsch, Herlind Gundelach, Moderator Peter Ulrich Meyer

Die Frage, wo und wie Hamburg der Opfer des Nationalsozialismus gedenkt, beschäftigte das Kulturforum nicht zum ersten Mal. Der Hamburger Weg zu seinen Gedenkorten ist zäh. Nach dem Verkauf der Stadthöfe an die Quantum AG und der unbefriedigenden Ausgestaltung des Gedenkortes Stadthaus eröffnet sich für das Projekt mit der Insolvenz der Buchhandlung Anfang dieses Jahres die Chance zu neuen Konzepten. Doch was kommt nun? Damit beschäftigte sich die Runde auf Kampnagel. 

„Schwere Themen müssen auch in der Innenstadt thematisiert werden“, betont Wolfgang Kopitzsch. Er appelliert, dass Hamburg das Thema Nationalsozialismus breit darstellen müsse. Als gelungenen Ort der Erinnerung führt er das NS-Dokumentationszentrum in München an. Mögliche Räume für das Gedenken sind vor allem sowohl die Wagenhalle im Stadthaus als auch das Görtz’sche Palais am Neuen Wall, für das sich die Initiative Stadthaus einsetzt.

Inhaltlich mache dieser Ort Sinn, betont Siri Keil von der Initiative. Dort haben zu NS-Zeiten die Leiter von Polizei und Gestapo residiert, durch dessen Tore fuhren die Verhafteten und Inhaftierten auf den Gestapo-Hof. Sie betont, dass es im Einwanderungsland Deutschland Perspektiven und erweiterte Ansätze in der Vermittlung der NS- Geschichte brauche. Ein offenes Angebot, das auf die sich verändernden Fragen antwortet, sei nötig. Mehr...

 


Mehr Fortschritt wagen – auch für die Künste?

Was die Ampel-Koalition für die Kultur tun will

am 28. März 2022, um 19 Uhr 

im Raum kmh der Kulturfabrik Kampnagel, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg

 

„Wir wollen Kultur mit allen ermöglichen, indem wir Vielfalt und Freiheit sichern, unabhängig von Organisationsformen, von Klassik bis Comic, von Plattdeutsch bis Plattenladen.“ Das steht im Koalitionsvertrag der „Ampel“-Parteien. Sie versprechen, sich für Kunst und Kreativwirtschaft einzusetzen, für eine bessere soziale Sicherung Freischaffender zu sorgen, Bücherhallen als dritte Orte zu stärken, die Zusammenarbeit mit den Ländern unbürokratischer zu gestalten und Kultur als Staatsziel in der Verfassung zu verankern. Wie soll das alles konkret umgesetzt werden? Und wie kann Hamburg davon profitieren? Viel hat man davon seit Amtsantritt der neuen Regierung noch nicht gehört – was sicherlich auch der Dominanz anderer Themen wie der Pandemie und dem Angriff auf die Ukraine geschuldet ist. Grund genug für das Kulturforum, zur Diskussion einzuladen.

  

Auf dem Podium:

Emilia Fester (MdB aus Hamburg, Bündnis 90/Die Grünen, stellv. Mitglied im Bundestagsausschuss für Kultur und Medien)

Helge Lindh (MdB, Obmann der SPD im Bundestagsausschuss für Kultur und Medien)

Hansjörg Schmidt (MdHB, Mitglied im Kulturausschuss)

Olaf Zimmermann (Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats)

Moderation: Sabine Rheinhold (freie Journalistin)

 

Fotos Gerhard Lein: Emilia Fester und Helge Lindh im Disput / Emilia Fester / Olaf Zimmermann

 

„Darf man in Kriegszeiten über Kultur reden?“, eröffnet die Moderatorin Sabine Rheinhold die Veranstaltung „Mehr Fortschritt wagen – auch für die Künste? Was die Ampel-Koalition für die Kultur tun will“.

Wohl aufgrund der unruhigen Zeiten blieben die Kulturpläne der Ampelregierung bislang wenig beachtet. Zwar wurde unter andaerem versprochen, sich für eine bessere soziale Sicherung freischaffender Künstler zu sorgen, Bücherhallen als dritte Orte zu stärken und Kultur als Staatsziel in der Verfassung zu verankern - doch viel hat man seitdem nicht gehört.

Auf dem Podium diskutieren Emilia Fester (MdB aus Hamburg, Bündnis 90/die Grünen, stellv. Mitglied im Bundestagsausschuss für Kultur und Medien), Helge Lindh (MdB, Obmann der SPD im Bundestagsausschuss für Kultur und Medien) und Olaf Zimmermann   (Geschäftsführer des deutschen Kulturrats).

In der Pandemie haben viele Künstler jede Existenzgrundlage verloren, beginnt Olaf Zimmermann, und da muss geholfen werden. Emilia Fester, seit letztem Jahr jüngstes Bundestagsmitglied, zeigt sich zufrieden über eine Verlängerung des Förderprogramms „Neustart Kultur“ und setzt sich für den Ausgleich des Gender-Pay-Gaps ein. Außerdem plädiert sie dafür, Clubs auch als Kulturstädten zu betrachten. Helge Lindh veranschaulicht die Situation der Künstler und berichtet vom Auftritt eines Sängers im französischen Fernsehen, der für Aufsehen sorgte. Er sprach dort sehr offen über seine Suizidgedanken und die Einsamkeit der letzten zwei Jahre.

Es gehe vorrangig um vernünftige Mindestlöhne und eine Umgestaltung des Sozialversicherungssystems, in dem auch Menschen, die nicht fest angestellt sind, untergebracht sind. Als das Thema auf die Künstlersozialkasse kommt, meldet sich auch das Publikum. Die Künstler wieder in die Festanstellung bringen, wird verlangt. Doch sollen nun alle freien Künstler fest angestellt werden? Wie soll das gehen? Und wollen sie das überhaupt?

Die Problematik mit der KSK besteht seit Jahren. Für Künstler geschaffen, finden dort längst nicht alle Kunstschaffenden Zutritt. „Warum werden z.B, die partizipativ als Kunstvermittler arbeitenden Künstler nicht aufgenommen?“ fragt eine Dame aus dem Publikum.

Gegen Ende der Diskussion geht es um das Staatsziel Kultur im Grundgesetz. Emilia Fester ist dafür; Helge Lindh befürchtet, ein Paragraf sei nur Propaganda und habe keine Folgen. Die im Titel der Veranstaltung formulierte Frage lässt sich nach der knapp zweistündigen Gesprächsrunde mit viel Diskussionsbedarf und wenig konkreten Lösungen mit einem Ja! beantworten. Es ist noch viel zu tun, bis Künstler hierzulande aufatmen können. (Franziska Herrmann)


Führung durch die Sammlung Falckenberg

für die Mitglieder des Kulturforums

am 15. März 2022 um 17 Uhr 

 

Um die zwanzig Mitglieder sind der Einladung des Kulturforums in die Sammlung Falckenberg nach Harburg gefolgt. Der Sammler selbst gibt in der zweistündigen Führung Einblicke in die 2200 Werke umfassende Ausstellung, bestehend aus Malereien, Skulpturen und Rauminstallationen. Die ehemaligen Fabrikhallen sind von dem Architekten Roger Bundschuh mit vielen optischen Tricks zu Ausstellungsräumen umgebaut worden. Je nach Standpunkt werden die Objekte so gerahmt oder in den Raumkontext eingebunden.

Der Jurist Harald Falckenberg begann 1994 Kunst zu sammeln. Er soll genug von den Banken gehabt haben, die jede Woche mit einer anderen Idee kamen, wie er sein Geld anlegen solle, verrät einer, der früh von ihm gefördert wurde, der Maler Werner Büttner, in einer Fernsehdokumentation. Mit seiner Vorliebe für deutsche und amerikanische Gegenwartskunst der letzten dreißig Jahre hat Harald Falckenberg eine einzigartige Zusammenstellung von Kunstwerken geschaffen. Er zeigt eine Gegenkultur: Kunst, die nicht schön, sondern unbequem und radikal ist.

Rainer-Maria Weiss begrüßt den renommierten Sammler als “besten Anwalt für seine Sache“; denn die Veranstaltung soll auch die Frage, wie es mit der Sammlung weitergeht, in den Vordergrund rücken. „Wir möchten, dass die Sammlung in Hamburg bleibt“, erklärt Galeristin Renate Kammer in aller Deutlichkeit.

Zunächst werden Klappstühle verteilt, dann führt Veronika Schöne in die Tomi-Ungerer-Ausstellung. Einen humorvollen Blick auf die Gesellschaft offenbart der französische Grafiker und Kinderbuchautor in seinen skurrilen Zeichnungen. So beobachtet der Künstler in seiner Serie „The Party“ großbürgerliche Schichten und demaskiert den Reigen, indem er beispielsweise Paaren in Abendrobe Schweinsköpfe verpasst. Dass Kunst amüsant ist und dennoch kritisch, war dem Sammler immer wichtig. So ist es nur schlüssig, dass er es ist, der eine der ersten Retrospektiven von Ungerer zeigt. Mit schnellen Schritten begeht die interessierte Gruppe des Kulturforums die weiteren Ausstellungsräume auf den insgesamt 6000 Quadratmetern, die über sechs Etagen verteilt sind.

Auf einer anderen Etage sorgt die ständige Installation „The Palace at 4 A.M“ von Jon Kessler für nachdenkliche Momente. Geht es hier doch um 9/11 und den Krieg gegen den Terrorismus. Von zahlreichen Kameras überwacht, gehen die Besucher durch das multimediale Raumkonzept. Auf den Bildschirmen flimmern die in sich zusammenbrechenden Twin Towers, George W.Bush oder Saddam Hussein.

Auf einem anderen Stockwerk werden einige großformatige Gemälde von Daniel Richter herausgeschoben, und Harald Falckenberg zeigt, wie Albert Oehlen gegen das “Nur Schöne“ protestiert: Seine Seerosen von 1982, angelehnt an Monet, welken im versifftem Wasser vor sich hin, umgeben von gesunkenem Werkzeug. Zuletzt führt Veronika Schöne in die oberste Etage zu einer Jonathan Meese-Arbeit. Das Enfant terrible der Kunstszene ist gleich mit mehreren Arbeiten in der Sammlung präsent. Auf dem Weg nach unten hängt von der Decke schwer ein Beton-Zeppelin - eine Arbeit von Sarah Lucas. In diesen Tagen weckt er Gedanken an den Beschuss des Himmels über der Ukraine.

Als es bereits dunkel ist, verlassen die Besucher die Harburger Hallen, gestärkt von der Kunst für die Realität. Neben den großen Museen, die sich dem Wahren und Guten verschrieben haben, braucht Hamburg eine Sammlung wie diese. Eine Sammlung, die seine Besucher zum Denken bringt.

(Franziska Herrmann)

Fotos: Renate Kammer


Amateurmusik – Privatsache oder gesellschaftliche Aufgabe?

am Dienstag, 1. Februar 2022, um 19 Uhr

in der Kulturfabrik Kampnagel (Raum kmh), Jarrestraße 20  22303 Hamburg

 

Auf dem Podium:

Prof. Dr. Ulrike Liedtke (Präsidentin des Landtags Brandenburg, Vizepräsidentin des Deutschen Musikrats)

Dr. Carsten Brosda (Präses der Behörde für Kultur und Medien in Hamburg)

Ludger Vollmer (Präsident des Landesmusikrats Hamburg) 

Moderation: Daniel Kaiser

 

Viele Menschen in Hamburg haben große Freude am Musizieren – in Amateurorchestern, Kammermusikgruppen, Chören, Bands, Ensembles jedweder Art. Und oft ist es weit mehr als die zuweilen belächelte „Hausmusik“. Es gibt Auftritte in Clubs, bei Festen, Tagungen, kirchlichen Feiern, Benefizkonzerte und vieles mehr. Die Pandemie hat viele Gruppen zu starken Einschränkungen oder gar zum Pausieren gezwungen – nicht nur sie selbst leiden darunter, sondern auch ihr Publikum. Was leistet Amateurmusik für das gesellschaftliche Miteinander? Oder ist sie ein Auslaufmodell? Und was sollte von staatlicher Seite an Hilfe und Unterstützung beigetragen werden? In Zusammenarbeit mit Thomas Prisching (Geschäftsführer des Landesmusikrats Hamburg) laden wir zur Diskussion.

 

Es wirken mit: Vertreter*innen der Musikgruppen:

Matthias Mensching (hamburgVOKAL),

Melanie Backes (Deutscher Harmonikaverband, Landesverband Hamburg),

Patricia Renz (Vorstandsvorsitzende Musica Altona e.V, Schulleiterin Luise-Schröder Schule.) 

Kurze musikalische Darbietungen, soweit es die Corona-Abstandsregelungen zulassen, von hamburgVOKAL, Ltg. Matthias Mensching, der Saz Gruppe von Musica Altona e.V. mit Hüseyin Duman und einem Akkordeon-Quintett des Dt. Harmonikaverbandes LV HH e.V.

 

Ein Bericht zur Veranstaltung des NDR 90,3 Kulturjournal von Petra Volquardsen, 3.2.2022

 

Es ist ein Artikel im Hamburger Abendblatt erschienen, 3.2.2022

 

Unter den Gästen der Veranstaltung des Kulturforums über die Amateurmusik in Hamburg war auch Prof. Wolfhagen Sobirey, prominenter Experte und Musikpädagoge, früherer Präsident des Landesmusikrats. In einem langen Leserbrief, eigentlich fürs Hamburger Abendblatt bestimmt, hat er sich zum Thema geäußert. Mit seinem Einverständnis veröffentlichen wir das Schreiben auf unserer Homepage.

 

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